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# Selmo in 10 Minuten

Dieses Onboarding gibt dir in **10 Minuten** ein belastbares mentales Modell von Selmo. Nicht vollständig – aber **richtig**.

Wenn du danach weiterliest, weißt du:

* was Selmo ist
* wie es denkt
* wo du vertiefen musst

***

### Minute 1 – Das Grundproblem

Klassische Maschinenlogik steckt im Code. Der Code funktioniert – aber er erklärt nichts.

Fragen wie:

* *Warum steht die Maschine?*
* *Was wird gerade erwartet?*
* *Was darf hier passieren?*

lassen sich oft nur mit Erfahrung beantworten.

> **Selmo existiert, um Maschinenverhalten erklärbar zu machen.**

***

### Minute 2 – Modell vor Code

Selmo beginnt **nicht** mit SPS-Code.

Selmo beginnt mit einem **formalen Modell**, das beschreibt:

* Zustände
* Erwartungen
* Überwachung
* Reaktionen

Aus diesem Modell entstehen:

* Code
* HMI
* Diagnose
* Dokumentation

> **Das Modell ist die Wahrheit.**\
> **Code ist nur eine Umsetzung.**

***

### Minute 3 – Die zentrale Idee: Zustände

Eine Maschine befindet sich zu jedem Zeitpunkt in **genau einem Zustand**.

Ein Zustand beschreibt:

* eine Situation
* keine Aktion
* keine Anweisung

Beispiel:

* „Werkstück gespannt“
* nicht: „Zylinder ausfahren“

> **Selmo denkt in Situationen, nicht in Befehlen.**

***

### Minute 4 – Sequence: eine Aufgabe, ein Modell

Eine **Sequence** ist ein deterministischer Zustandsautomat für **eine funktionale Aufgabe**.

Beispiele:

* Spannen
* Bearbeiten
* Prüfen
* Freigeben

Eine Sequence:

* kennt ihren aktuellen Zustand
* weiß, was als Nächstes erwartet wird
* reagiert immer gleich

> **Eine Aufgabe → eine Sequence.**

***

### Minute 5 – Zone: Bedeutung für Technik

Signale allein bedeuten nichts.

Eine **Zone**:

* gibt Signalen Bedeutung
* verbindet Logik mit Technik
* ist eindeutig diagnostizierbar

Beispiel:

* nicht: `I0.3`
* sondern: *„Zylinder gespannt“*

> **Zonen machen Technik erklärbar.**

***

### Minute 6 – Bit-Control: explizites Verhalten

Bit-Control legt fest, **was eine Zone in einem Zustand darf oder muss**.

Drei Möglichkeiten:

* `0` → egal
* `S` → Verhalten wird erwartet
* `i` → Bedingung muss erfüllt sein

Das gilt:

* in jedem Zustand
* für jede Zone

> **Kein implizites Verhalten.**\
> **Alles ist explizit.**

***

### Minute 7 – Betrieb: Hand und Automatik

Hand- und Automatikbetrieb sind **keine zwei Logiken**.

Beide arbeiten:

* im selben Zustandsraum
* mit derselben Überwachung
* mit denselben Regeln

Unterschied:

* Automatik → System treibt den Ablauf
* Hand → Bediener beeinflusst Zonen

> **Der Betrieb ändert nicht die Logik,**\
> **nur die Einflussquelle.**

***

### Minute 8 – CMZ: was immer stimmen muss

Manche Dinge müssen **immer** korrekt sein:

* Türen
* Energie
* grundlegende Freigaben

Das übernimmt die **CMZ (Constantly Monitoring Zone)**.

Eine CMZ:

* ist immer aktiv
* unabhängig vom Zustand
* stoppt jede Bewegung bei Abweichung

> **CMZ schützt die Systemintegrität.**

***

### Minute 9 – Diagnose & HMI

Weil Verhalten modelliert ist, entsteht Diagnose automatisch.

Eine Diagnose weiß:

* wo im Ablauf
* welche Zone
* welche Erwartung verletzt ist

Das HMI:

* zeigt das Modell
* entscheidet nichts
* interpretiert nichts

> **Das HMI ist ein Fenster ins Modell.**

***

### Minute 10 – Was Selmo wirklich ist

Selmo ist:

* kein Tool
* kein Framework
* kein Shortcut

Selmo ist:

* ein formales Denkmodell
* eine gemeinsame Sprache
* eine Grundlage für Verantwortung

> **Wenn du das Modell verstehst,**\
> **verstehst du die Maschine.**

***

### Wie es jetzt weitergeht

Wenn du vertiefen willst:

* Abläufe → **Sequence**
* Technik → **Zone**
* Überwachung → **Bit-Control**
* Betrieb → **Hand- & Automatikbetrieb**
* Sicherheit → **CMZ**
* Nachvollziehbarkeit → **Diagnose, HMI & Dokumentation**

Und wenn du unsicher bist: → **Glossar**

> **Lies Selmo nicht schnell.**\
> **Lies Selmo präzise.**


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