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# Hardware-Zone

**Ziel:** Betriebsarten & Steuerung\
**Inhalt:**

* Hand / Automatik
* Startlogik
* „Any sequence ready“
* Abgrenzung zu Sequence

### 1. Warum gibt es Hardware-Zonen?

In klassischen Maschinensteuerungen sind Betriebsarten, Startlogik und Freigaben oft global oder verteilt im Code umgesetzt.\
Die Folge sind typische Probleme:

* unklare Verantwortlichkeit („Wer darf was starten?“)
* vermischte Ablauf- und Betriebslogik
* schwer kontrollierbare Teilanlagen
* unsaubere Abschaltung bei Fehlern

**Die Hardware-Zone existiert, um Betrieb und Verantwortung klar vom Ablauf zu trennen.**

***

### 2. Was ist eine Hardware-Zone?

Eine **Hardware-Zone** ist der **übergeordnete Betriebs- und Verantwortungsraum** für eine oder mehrere Sequences.

Eine Hardware-Zone:

* kapselt einen realen Anlagenteil
* stellt Betriebsarten bereit (Hand / Automatik)
* verwaltet Start- und Freigabelogik
* überwacht übergeordnete Zustände

> **Die Hardware-Zone entscheidet nicht,&#x20;*****was*****&#x20;passiert,**\
> **sondern&#x20;*****ob*****&#x20;es passieren darf.**

***

### 3. Einordnung im Selmo-Gesamtmodell

Die Hardware-Zone ist Teil der hierarchischen Struktur:

* **Plant** – gesamte Anlage
* **Hardware-Zone** – Betrieb & Verantwortung
* **Sequence** – funktionaler Ablauf
* **Zone** – technische Bedeutung

Wichtig:

* Sequences arbeiten **innerhalb** einer Hardware-Zone
* Eine Hardware-Zone enthält **keine Ablauflogik**

***

### 4. Verantwortungsbereich der Hardware-Zone

Die Hardware-Zone ist verantwortlich für:

* Betriebsart der enthaltenen Sequences
* Freigabe oder Sperrung der Automatik
* zentrales Startverhalten
* übergeordnete Abschaltreaktionen

Nicht verantwortlich ist sie für:

* Ablaufdetails
* Zustandslogik
* technische Signalbewertung

***

### 5. Betriebsarten der Hardware-Zone

Eine Hardware-Zone kennt typischerweise zwei Betriebsarten:

#### Handbetrieb

* Bediener beeinflusst Zonen manuell
* Sequences bleiben aktiv
* Logik und Überwachung bleiben vollständig gültig

#### Automatikbetrieb

* System treibt den Ablauf
* Sequences laufen selbstständig
* Übergänge erfolgen automatisch

> **Sequences selbst kennen keine Betriebsart –**\
> **sie werden durch die Hardware-Zone gerahmt.**

***

### 6. Automatikfreigabe

Automatikbetrieb allein reicht nicht aus.\
Zusätzlich benötigt jede Hardware-Zone eine **Automatikfreigabe**.

Eigenschaften der Automatikfreigabe:

* bewusst durch den Bediener aktiviert
* zeitlich definiert (z. B. gedrückt halten)
* kann jederzeit entzogen werden

Die Automatikfreigabe wird entzogen bei:

* Interlock-Fehlern in einer Sequence
* CMZ-Fehlern auf HW-Zonen- oder Plant-Ebene

> **Die Hardware-Zone ist der Wächter der Automatik.**

***

### 7. Startlogik in der Hardware-Zone

Die Hardware-Zone übernimmt die **zentrale Startentscheidung**:

* sie erkennt, welche Sequences startbereit sind
* sie startet Sequences gezielt oder gemeinsam
* sie verhindert unzulässige Starts

Typisches Prinzip:

* „Any Sequence ready to start“
* Start erfolgt **nur**, wenn alle Bedingungen erfüllt sind

Wichtig:

> Die Hardware-Zone koordiniert –\
> sie interpretiert keinen Ablauf.

***

### 8. Verhältnis Hardware-Zone ↔ Sequence

Zur klaren Abgrenzung:

* **Hardware-Zone**
  * stellt Betriebsart bereit
  * erlaubt oder verbietet Start
  * stoppt bei übergeordneten Fehlern
* **Sequence**
  * beschreibt den Ablauf
  * kennt ihren eigenen Zustand
  * reagiert deterministisch auf Abweichungen

> **Keine Ebene übernimmt die Aufgabe der anderen.**

***

### 9. Fehler- und Abschaltverhalten

Die Hardware-Zone reagiert auf Fehler hierarchisch:

* Sequence-Fehler\
  → betrifft nur diese Sequence
* Hardware-Zonen-CMZ\
  → stoppt alle Sequences dieser HW-Zone
* Plant-CMZ\
  → stoppt die gesamte Anlage

Dabei gilt:

* keine undefinierten Zwischenzustände
* kein teilweises Weiterlaufen
* klare, reproduzierbare Reaktion

***

### 10. Hardware-Zone und Bediener

Der Bediener interagiert mit der Hardware-Zone über:

* Betriebsartenwahl
* Start
* Reset / Freigabe

Der Bediener:

* beeinflusst **keine Logik**
* umgeht **keine Überwachung**
* steuert **keine Abläufe direkt**

> Die Hardware-Zone ist die **Bedien-Schnittstelle zur Maschine**,\
> nicht zur Logik.

***

### 11. Abgrenzung zu anderen Elementen

Zur Klarstellung:

* Hardware-Zone ≠ **Sequence**\
  → keine Ablaufbeschreibung
* Hardware-Zone ≠ **Zone**\
  → keine technische Bedeutung
* Hardware-Zone ≠ **CMZ**\
  → CMZ ist eine Überwachungsfunktion
* Hardware-Zone ≠ **Plant**\
  → sie ist Teil der Gesamtanlage

***

### 12. Typische Fehler im Umgang mit Hardware-Zonen

Häufige Fehler sind:

* Ablauflogik in der Hardware-Zone
* zu große Hardware-Zonen
* Betriebsarten pro Sequence
* Vermischung von Sicherheit und Betrieb
* globale Startlogik ohne Struktur

Eine gute Faustregel:

> **Wenn eine Hardware-Zone den Ablauf kennt, ist sie falsch modelliert.**

***

### 13. Zusammenfassung

Eine Hardware-Zone ist:

* der Betriebs- und Verantwortungsrahmen eines Anlagenteils
* zuständig für Hand / Automatik und Freigaben
* strikt getrennt von Ablauf und Technik
* Voraussetzung für skalierbare, sichere Maschinen

> **Die Hardware-Zone schafft Ordnung im Betrieb –**\
> **damit die Logik sauber bleiben kann.**


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