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# Selmo – Nachweis zur formalen Sicherheit, Dokumentation und Normkonformität

### Ziel des Dokuments

Diese Dokumentation stellt klar und nachweisbar dar, dass die Anwendung des **Selmo-Standards** in der Modellierung, Steuerung und Dokumentation von Maschinen:

* eine **vollständige Funktionsbeschreibung** ermöglicht,
* die **Überwachung sicherheitsrelevanter Prozesse** strukturiert,
* und somit eine **rechts- und normkonforme Umsetzung** unterstützt.

***

### 1. Dokumentationsfähigkeit und Nachvollziehbarkeit

Selmo beschreibt jede Maschine **modellbasiert**, in einer klaren Struktur:

```
PLANT
└── HWZ (Hardware-Zonen)
    └── SEQ (Sequences)
        └── Zonen (Input / Output / In-Out / Mem)
```

Jeder Zustand, jede Signalzuweisung und jede Sicherheitsfunktion ist **aus dem Modell ableitbar**. Daraus entsteht automatisch:

* ein vollständiges Signalverzeichnis (IO ↔ Zone ↔ Funktion),
* eine modellierte Ablauflogik (Zustände, Übergänge, Bedingungen),
* eine dokumentierte Sicherheitsstruktur (CMZ, Interlock, MXIC),
* ein prüfbares Wiederanlaufverhalten (Reset, Synchronisation),
* ein Änderungsprotokoll (`Model_ChangeLog.csv`).

Diese Dokumentation ist **maschinenlesbar, versionssicher, und revisionsfähig**.

***

### 2. Formale Sicherheit der Funktionslogik

Die Modellstruktur stellt sicher, dass:

* jede **Zone** ein dokumentiertes Verhalten in jedem Zustand hat (`0`, `S`, `i`),
* **Interlocks** bei Verletzung zur sofortigen Reaktion führen,
* **CMZ-Signale** dauerhaft überwacht werden,
* **MXIC-Freigaben** manuelle Bedienung nur unter sicheren Bedingungen zulassen,
* jeder Schritt durch modellierte **Zustandsübergänge** erklärbar ist.

Das Selmo-Modell ersetzt freie SPS-Logik durch:

* **deterministische Zustandsautomaten**,
* **vollständig beschriebene Signalverhalten**,
* **modellbasierte Diagnose und Fehleranzeige**,
* **automatisch ableitbare Wiederanlaufbedingungen**.

Dadurch wird **jede Aktion, Reaktion, Einschränkung oder Diagnose erklärbar und prüfbar**.

***

### 3. Überwachung und Selbstprüfung

Im laufenden Betrieb werden durch das Modell automatisch geprüft:

| Element              | Wirkung bei Abweichung                        |
| -------------------- | --------------------------------------------- |
| `i` (Interlock)      | Automatikstopp, rote HMI-Anzeige              |
| `S` (Sequence Check) | Wartezustand mit klarer Bedienerführung       |
| CMZ                  | Sofortige Sperre (SEQ, HWZ oder PLANT)        |
| MXIC                 | Verhinderung manueller Bewegung mit Erklärung |

**Jede Verletzung wird im HMI angezeigt**, lokalisiert und dokumentiert – inklusive Text und Hintergrundfarbe. Bediener, Inbetriebnehmer und Prüfer erkennen jederzeit:

* Was das Modell erwartet
* Ob das reale System den Zustand erfüllt
* Ob eine Sicherheitsverletzung vorliegt

***

### 4. Norm- und Gesetzeskonformität

Die Anwendung des Selmo-Standards erfüllt die Anforderungen folgender Normen und Richtlinien:

| Norm / Vorschrift            | Erfüllung durch Selmo                                        |
| ---------------------------- | ------------------------------------------------------------ |
| **ISO 12100**                | Modellierte Betriebsarten, Resetverhalten, Zustandsführung   |
| **EN ISO 13849-1/2**         | Strukturiertes Sicherheitsverhalten (CMZ, MXIC, Interlock)   |
| **IEC 62061**                | Prüfbare Sicherheitsfunktionen in Ablaufstruktur             |
| **IEC 61508**                | Funktionssicherheit durch deterministisches Modellverhalten  |
| **IEC 61131-3**              | Generierter Code vollständig standardkonform (ST / GVL / FB) |
| **Maschinenverordnung (EU)** | Technische Dokumentation und Diagnoseverhalten modellgeführt |
| **Produkthaftungsrecht**     | Ableitbarkeit aller Funktionen aus geprüften Modellen        |

Dadurch ist Selmo nicht nur eine Programmiertechnologie – sondern ein **sicherheitsgerichtetes Verhaltensmodell**, das automatisch mit CE-relevanten Nachweisen verknüpft ist.

***

### 5. Rechts- und Prüfsicherheit

Durch die Anwendung des Selmo-Modells:

* entsteht eine **nachvollziehbare funktionale Logik**,
* ist jede sicherheitsrelevante Funktion modelltechnisch prüfbar,
* wird eine vollständige technische Dokumentation automatisch erzeugt,
* kann ein unabhängiger Dritter die Funktion, Reaktion und Grenzen des Systems analysieren.

Diese Eigenschaften sichern: ✅ die **Rechtssicherheit für Hersteller**, ✅ die **Transparenz für Kunden / Betreiber**, ✅ die **Abnahmesicherheit bei Behörden / Auditoren**.

***

### Fazit

Die Selmo-Methode ist mehr als ein Modellierungsansatz – sie ist eine **formalisierte Struktur zur sicheren, dokumentierten, nachvollziehbaren Maschinensteuerung**.\
Sie macht Steuerungssysteme:

* **verstehbar**,
* **testbar**,
* **wartbar**,
* **rechtskonform**,
* und **zukunftssicher**.

📌 Die Einhaltung der Selmo-Struktur ist ein aktiver Beitrag zur Risikoreduktion, Qualitätssicherung und Einhaltung geltender Rechtsvorschriften.


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